Umsetzungsideen nach dem Tag der Lehre der Uni Bern

Der Tag der Lehre 2020 an der Uni Bern trug den Titel «Everything, anytime and anywhere? Selbststudium in Zeiten der Digitalisierung» und fand zum 8. Mal statt. Beispiele von Lehre mit mehr oder weniger Bezug zum Thema wurden in klassischen PowerPoint Präsentationen vorgestellt. Der Hörsaal ist für vor-langer-Zeit-habe-ich-auch-mal-studiert Personen gewöhnungsbedürftig eng – gestufter Raum mit eindrehbaren Einzelsitzen. Seit einigen Jahren frage ich mich bei diesen Tagen, Tagungen und Konferenzen – notabene immer zum Thema „neue Lehre“ in irgend einer Form – wie sich je etwas ändern wird, wenn die Schaufenster zu den Good Practices altmodisch daher kommen. Heute war ich versöhnlicher, ich habe ja das ultimativ bessere Setting dafür auch nicht in bereit.

Für mich war es ja auch eine Abwechslung, wieder mal in dieser Form zuzuhören. Zudem gab es ein paar spannende Learnings aus den vorgestellten Unterrichtsvarianten. Zwei Inputs möchte ich im laufenden Semester gleich einbauen.

Das Modul zur Kommunikation in der Lehre haben wir letztes Jahr vollständig auf kompetenzorientiert und individualisiert umgestellt. Die Komplexität der Aufgabenstellungen (individualisierte Ziele und Übungen), der Meta-Ebenen (ein Feedback auf ein Feedback geben) und der Abgabemöglichkeiten (individualisiert offline, online) war (zu) hoch. Wir sind jedoch immer noch überzeugt, dass die Richtung stimmt. Für dieses Semester haben wir vereinfacht. Dank den Inputs vom Tag der Lehre werden wir ein paar kleine Anpassungen machen, welche den Erfolg bezüglich des Langzeitlernens erhöhen dürften.

Abbau von Überforderung durch Selbststeuerung

Wir hätten unsere Studierenden gerne fokussiert, denkend und selbständig. Ihnen einen grösseren Auftrag zur selbständigen Erledigung zu geben und zu erwarten, dass sie sich Hilfe holen, wenn es nicht geht, scheint nicht zu funktionieren. Denn die Überforderten haben auch nicht die Kompetenz sich dann Hilfe zu holen, wenn sie sollten. Hier kommt das Konzept des “Scaffolding” (Baugerüst) oder durch “Prompts” zum Einsatz: es ist notwendig den Studierenden aktiv Hinweise oder Fragen anzubieten, damit sie den Auftrag durchführen und nicht aufgeben.

Ein Learning von den Flipped Classrooms

Aus den Studien zu Flipped Classroom wurde gezeigt, dass das Selbstgelernte besser verankert und im Präsenzunterricht angewendet werden kann, wenn am Anfang der Lektion ein paar Fragen z.B. via ein Umfragetool beantwortet werden müssen.

Obwohl unser Modul kein klassischer Flipped Classroom ist, gibt es während der Präsenzzeit nur wenig Input. Es geht darum Kommunikationsarten zu üben. Dazu wird vorgespielt, beobachtet und Feedback gegeben. Bei einer Klassengrösse von über 30 Studierenden ist davon auszugehen, dass nicht immer alle, alle Informationen, die bei der Besprechung solcher Übungen gesagt werden, ankommen. Deshalb wollen wir nun ausprobieren, ob durch ein paar Fragen am Anfang der Lektion, wichtige Punkte verankert werden können.

Weitere Links zum Tag der Lehre

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: